Unser Wohlbefinden wird stark von unserer Psyche geprägt. Gleichzeitig zeigen moderne Forschungen, dass die Verbindung zwischen Darm und Gehirn – die sogenannte Darm-Hirn-Achse – eine zentrale Rolle für Stimmung, Stressverarbeitung und innere Stabilität spielt. Dabei handelt es sich nicht um eine Einbahnstraße: Darm und Gehirn stehen in einem kontinuierlichen Austausch.
Eine wichtige Rolle übernimmt hierbei der Vagusnerv, der als Kommunikationsweg zwischen Verdauungssystem und Gehirn fungiert. Über ihn werden unter anderem Immunbotenstoffe und Stoffwechselprodukte weitergeleitet, die Einfluss auf unsere Stressreaktionen und unser emotionales Erleben haben können.
Welche Rolle spielt der Darm für unsere Stimmung?
Im Darm werden zahlreiche Botenstoffe gebildet, die indirekt mit unserem seelischen Gleichgewicht in Verbindung stehen. Dazu gehört insbesondere Serotonin, von dem ein Großteil im Darm entsteht – genauer gesagt in spezialisierten Darmzellen. Auch andere Signalstoffe, die mit Motivation, Antrieb und mentaler Klarheit assoziiert werden, stehen in engem Zusammenhang mit der allgemeinen Darmgesundheit.
Ein stabiles, vielfältiges Mikrobiom sowie ein möglichst entzündungsarmes Darmmilieu gelten dabei als wichtige Voraussetzungen für gut regulierte Körperprozesse. Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen beschäftigen sich intensiv mit der Frage, wie sich Veränderungen im Darmmilieu auf Stressverarbeitung und emotionale Stabilität auswirken können.
Darmbakterien und ihre indirekten Effekte
Darmbakterien produzieren selbst keine Neurotransmitter für das Gehirn. Sie können jedoch durch ihre Stoffwechselaktivität die Umgebung im Darm beeinflussen und damit Prozesse unterstützen, die für das allgemeine Wohlbefinden relevant sind. Dazu zählen unter anderem:
• die Stabilisierung der Darmbarriere
• die Reduktion stiller Entzündungsprozesse
• die Unterstützung eines ausgewogenen Mikrobioms
Diese Faktoren werden in der Forschung mit einer verbesserten Stressresilienz und einer stabileren inneren Balance in Verbindung gebracht.
Probiotika als unterstützender Ansatz
In diesem Zusammenhang werden hochdosierte Multistamm-Probiotika wissenschaftlich untersucht, die gezielt auf das Darmmikrobiom einwirken sollen. Ziel solcher Präparate ist es nicht, kurzfristige Effekte zu erzielen, sondern langfristig eine stabile Darmumgebung zu unterstützen.
Dabei stehen insbesondere folgende Aspekte im Fokus:
• mikrobiologische Stabilität
• Unterstützung der Darmbarriere
• Regulation entzündlicher Prozesse
Ein gut ausbalanciertes Darmmilieu kann so eine wichtige Grundlage für körperliche und mentale Regulationsprozesse bilden.
Ergänzung – kein Ersatz
Bestimmte Antidepressiva (wie SSRI´s) erhöhen die Menge an Serotonin im Körper. Probiotika sind damit zwar kein Ersatz, weil sie nicht direkt auf das Gehirn wirken - sie können aber im Rahmen eines ganzheitlichen Gesundheitsansatzes als unterstützende Maßnahme betrachtet, da auch sie sekundär positive Effekte auf das Gehirn erzielen - insbesondere im Kontext von Stressbelastung und allgemeinem Wohlbefinden.




